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Erste Überlegungen für den Cyberwar reichen in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Damals begannen die Russen Anticomputereinheiten aufzubauen – auch aus Kostenüberlegungen.

China folgte etwas später. Weil China weiss, dass das Land auf dem Landweg nicht erobert werden kann, fühlte man sich lange Jahre mit dem unverhältnismässig grossen Landheer sicher. In den 80er Jahre wurde die Bedrohungslage eine andere: die USA waren mit ihren Mittel- und Langstreckenraketen zu einer direkten Bedrohung geworden.

Diese Systeme auf konventionellem Weg zu bekämpfen, ist zu teuer und zu aufwändig. In deren Steuerungssysteme einzudringen hingegen wurde zur machbaren Option.

“Wir haben es mit einem ernstzunehmenden Phänomen zu tun”,
stellt Sandro Gaycken fest. Sein Vortrag an der re-publica: Cyberwar und seine Folgen für die Informationsgesellschaft.

Jeder gesellschaftliche Prozess wird heute mit Computern

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“Das Urheberrecht braucht einen völlig neuen Ansatz”, sagt Till Kreutzer.

Es ist unbestritten, dass das bestehende Urheberrecht nicht mehr der Entwicklung der Zeit entspricht. Es trägt den gesellschaftlichen

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Eigentlich wollte ich heute eine andere Session besuchen. Aber es ist wie oft im Leben: andere waren schon viel früher da. Werde mir also später eine Zusammenfassung online anschauen.

Im Moment hänge ich in einem Vortrag über die aktuelle Internetentwicklung rund um den Globus.

Wir sehen eine Karte von Afrika, auf der dicke Kabelstränge der Westküste entlang die Länder bis hinunter zum Kap mit

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Titel der Podiumsdiskussion: “Modern Revolutions are digital revolutions.”

Amira Al Hussaini, Journalistin in Bahrain.

Kein Verleger getraut sich das zu publizieren, was die Leute gegen die Regierungen aufbringt. Dieses Informationsvakuum füllen unabhängige Blogger. Diese Leute geniessen grosses Vertrauen, weil es sich erstmals in der Erfahrung der Bevölkerung um unabhängige Quellen handelt.

In Tunesien berichteten die Mainstreammedien erst nach 29 Tagen über die Revolution, als die Sache mehr oder weniger gelaufen war.

Bemerkenswert an den arabischen Revolutionen ist der Umstand, dass es sich um angekündigte Revolutionen handelt. D.h. in Ägypten und Bahrain wurden Zeitpläne beispielsweise auf Facebook veröffentlicht, so haben sich die Leute organisieren können.

Anders als in Ägypten, sind in Syrien nur ganz Wenige online aktiv. Ägypten hat schon seit Jahren eine starke Online-Community. Als die Regierung das Internet kappte, gingen die Leute auf die Strasse, um zu wissen was los ist. Die Regierung provozierte das Gegenteil von dem, was mit der Unterbrechung des Internets beabsichtigt war.

Claire Ulrich, langjährige Afrikajournalistin:

Auf Facebook werden diese schrecklichen Folterbilder gezeigt, Dinge werden so öffentlich, von denen die Bevölkerung zwar gehört hatte, sie aber noch nie dokumentiert sah.

In Ghana waren es vier Männer, die via Twitter Nachrichten in die Welt sendeten. Schon nach vier Tagen waren sie zur Informationsdrehscheibe des Landes geworden. Leute riefen an und schilderten ihre aktuelle Situation. Via Twitter wurde gezielt Hilfe an die Brennpunkte geschickt.

Das unabhängige Kommunikationsmittel in Westafrika ist SMS. Denn viele haben ein Handy, aber nur wenige einen Internetanschluss. Wer bloggt und Blogs liest, geht ins Internetcafé.

Ein wichtiger Kanal, weil mehr Leute erreicht werden können, ist Twitter. Da gibt es nicht nur Wetterwarnungen, es werden auch Hochzeiten via SMS und Twitter arrangiert und organisiert.

Die neue Gefahr für die aufkeimende Informationsfreiheit sind die grossen Telefongesellschaften. Sie können mit etwas Aufwand die Kommunikation auf ihren Netzen effektiv zensurieren.

Ludger Schadomsky, Deutsche Welle:

Ich würde sagen, Revolutionen haben weniger etwas mit Tools zu tun, als mit dem Entwicklungsstand der Zivilgesellschaft in den verschiedenen Ländern.

PS: Die Verhaftung von Mubarak gaben die Militärs heute via Facebook bekannt.

Vor einem Jahr war dieser eine Typ mit seinem aus den USA mitgebrachten iPad der viel bewunderte Exote. Gut, einige haben ihn eher in die Ecke der Angeber gestellt.

Dieses Jahr nun haben sie iPads links und rechts in Händen, während vorne auf der Bühne Gabriella Colemann über die Anonymous-Bewegung und ihre Verzweigungen redet.

Die Internetbewegung wurde unlängst einer breiten Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Wikileaks bekannt. Tausende waren dem Ruf der Anonymounisti gefolgt und hatten die Server von Visa, der Postbank in der Schweiz und anderer Unternehmen mit tausenden von Anfragen lahmgelegt, weil diese die Geschäftsbeziehungen zu Wikileaks aufgekündigt hatten.

Erstmals in Aktion trat die anonymen Netzwerker, in dem sie mit einem Clip Scientology den Krieg erklärten. Es war der wirkungsvolle Aufstand der Netzgemeinde gegen die Sekte und deren Hollywooddarsteller wie beispielsweise Tom Cruise.

Engagiert waren sie in den letzten Monaten in Tunesien und in Ägypten, wo sie den Oppositionellen halfen, die Kommunkation trotz Netzsperre aufrechtzuerhalten. Diese wurden auch mit deren Länder betreffende US-Kabelberichten versorgt, zwecks Aufklärung.

Während bei uns die Medien von Facebook-Aufständen schreiben, redet die Netzgemeinde von einer Anonymous-Revolte.

Es versteht sich von selbst, dass Gabriella die Anonymous zu Kämpfern für die Freiheit erklärt. Was bei meinen Nachbarn das Wir-Gefühl stärkt.

Die Stärke der “Vereinigung” ist siche dier, dass ihr feste Strukturen weitgehend fehlen. Man könnte von Anarchismus reden, wäre der historische Begriff nicht auf Dauer beschädigt.

PS: Wer an der re:publica etwas auf sich hält, surft und töggelt seine Texte standesgemäss mit einem MacBook. Ich finde das iPad praktischer.