Vor einem Jahr war dieser eine Typ mit seinem aus den USA mitgebrachten iPad der viel bewunderte Exote. Gut, einige haben ihn eher in die Ecke der Angeber gestellt.
Dieses Jahr nun haben sie iPads links und rechts in Händen, während vorne auf der Bühne Gabriella Colemann über die Anonymous-Bewegung und ihre Verzweigungen redet.
Die Internetbewegung wurde unlängst einer breiten Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Wikileaks bekannt. Tausende waren dem Ruf der Anonymounisti gefolgt und hatten die Server von Visa, der Postbank in der Schweiz und anderer Unternehmen mit tausenden von Anfragen lahmgelegt, weil diese die Geschäftsbeziehungen zu Wikileaks aufgekündigt hatten.
Erstmals in Aktion trat die anonymen Netzwerker, in dem sie mit einem Clip Scientology den Krieg erklärten. Es war der wirkungsvolle Aufstand der Netzgemeinde gegen die Sekte und deren Hollywooddarsteller wie beispielsweise Tom Cruise.
Engagiert waren sie in den letzten Monaten in Tunesien und in Ägypten, wo sie den Oppositionellen halfen, die Kommunkation trotz Netzsperre aufrechtzuerhalten. Diese wurden auch mit deren Länder betreffende US-Kabelberichten versorgt, zwecks Aufklärung.
Während bei uns die Medien von Facebook-Aufständen schreiben, redet die Netzgemeinde von einer Anonymous-Revolte.
Es versteht sich von selbst, dass Gabriella die Anonymous zu Kämpfern für die Freiheit erklärt. Was bei meinen Nachbarn das Wir-Gefühl stärkt.
Die Stärke der “Vereinigung” ist siche dier, dass ihr feste Strukturen weitgehend fehlen. Man könnte von Anarchismus reden, wäre der historische Begriff nicht auf Dauer beschädigt.
PS: Wer an der re:publica etwas auf sich hält, surft und töggelt seine Texte standesgemäss mit einem MacBook. Ich finde das iPad praktischer.
re:publica