Gut, das mit dem Taxi war wohl nicht die beste aller Ideen. Von Schönefeld bis zum Friedrichstadtpalast gut eine Stunde und das für fünfzig Euro.
Mit der Bahn hätte es 2 Euro 70 gekostet und wäre in 16 Minuten erledigt gewesen.
Na ja, fünfzig Euro Aufpreis hat heute frühmorgens bei easyJet auch mein Computerrucksack gekostet – ob auf dem Rücken oder in der Hand: DAS IST EIN ZWEITES GEPÄCKSTÜCK! Ich dachte, der geht als eine Art Handtasche durch.
(Muss das dann alles irgendwie meiner Kassenwartin als überlebenswichtige Auslagen verklickern.)
Ich bin für drei Tage an der re:publica11, dem inzwischen wichtigsten Bloggertreffen wenn nicht der Welt, so doch Europas. Rund zweieinhalbtausend Leute aus aller Welt sind hier versammelt, um sich Vorträge über neue Entwicklungen und Trends in der Onlinekommunikaton anzuhören.
Weil ich letztes Jahr schon hier war, kommt es mir wie ein Klassentreffen vor. Wobei ich vergnüglich feststellen kann – ich bin, glaube ich, wieder der Älteste hier.
Wer wissen will, was an der re:publica11 läuft, kann hier ab und zu vorbeischauen. Zur Unterhaltung und Erbauung.
re:publica
Die deutsche Sprache erfreut sich besonders bei den Amerikanern einer gewissen Beliebtheit weshalb sie immer mal wieder deutsche Ausdrücke ins Englische übernehmen.
Da gibt es die bekannten Beispiele wie Blitzkrieg, Kindergarden, Autobahn, aber auch Grosswetterlage, Muesli (!) und kaput.
Die Amerikaner kennen das Wort Doppelgänger, “doppelganger” geschrieben. Und dieses Wort findet sich in einer neuen Wortschöpfung wieder, dem “Googleganger”.
Ein Googleganger ist:
A person who has the same name as you, and whose online references are mixed in with yours when you run a Google search on your name.
Beispiel der Anwendung:
The point is, when you Google yourself, it’s a bit of a blow to your ego when you discover that: A) your name isn’t unique, and B) other people have done more with it than you. These are your so-called Googlegangers, from the German “doppelgänger.”
—Casey Phillips, “Reflections in an online mirror,” Chattanooga Times Free Press, April 16, 2010
Google
Wer es einfach nicht schafft, sich mal vom Computer zu lösen, dem kann jetzt geholfen werden. Das Therapieprogramm heisst “Freedom”, kostet 10 Dollar und funktioniert sowohl bei Macs als auch bei PCs.
Freedom is a simple productivity application that locks you away from the internet on Mac or Windows computers for up to eight hours at a time. Freedom frees you from distractions, allowing you time to write, analyze, code, or create. At the end of your offline period, Freedom allows you back on the internet. You can download Freedom immediately for 10 dollars, and a free trial is available.
In Aegypten übernimmt das derzeit der Staat. Gratis.
Internet
Die Evolution ist nicht zu stoppen. Im letzten Quartal des letzten Jahres hat Amazon mehr E-Books über ihr Kindle-System verkauft als Taschenbücher. Der definitive Sieg des E-Books über das Taschenbuch war erst im Verlaufe dieses Jahres erwartet worden.
Gegenüber dem gebundenen Buch fallen die Verkaufszahlen noch drastischer aus: Amazon hat letztes Jahr dreimal so viele E-Books wie gebundene Bücher verkauft.
Man mag ja das Rascheln von Papier durchaus lieben und es vorziehen, Literatur, Belletristik oder Fachbücher auf diesem Datenträger zu lesen. Allein, es ist keine Kulturfrage. Papier ist nur ein Datenträger, ein ziemlich unpraktischer, weiss der, welcher Kindle oder das iPad nutzt.
E-Books
Das Schweizer Fernsehen gibt seine Zahlen für das Jahr 2010 bekannt:
Das Schweizer Fernsehen schliesst das von grossen Sportereignissen geprägte Jahr 2010 mit einem Marktanteil von 32,6 Prozent. Im Monat Dezember 2010 kam SF auf einen Marktanteil von 30,9 Prozent.
Marktanteil bedeutet, lediglich 32,6 Prozent der TV-Gerätebesitzer haben die Programme des Schweizer Fernsehens angeschaut.
Vergleichen wir, weil es interessant ist, Äpfel mit Birnen, also Facebook mit dem Schweizer Fernsehen.
Die Zahlen entsprechen dem Zeitgeist: von den rund 5,7 Mio. Online-Schweizern haben inzwischen 2,3 Mio. einen Facebook-Account. Das heisst, Facebook kommt auf einen Marktanteil von 41 Prozent.
Facebook, Fernsehen