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Das Schweizer Fernsehen gibt seine Zahlen für das Jahr 2010 bekannt:

Das Schweizer Fernsehen schliesst das von grossen Sportereignissen geprägte Jahr 2010 mit einem Marktanteil von 32,6 Prozent. Im Monat Dezember 2010 kam SF auf einen Marktanteil von 30,9 Prozent.

Marktanteil bedeutet, lediglich 32,6 Prozent der TV-Gerätebesitzer haben die Programme des Schweizer Fernsehens angeschaut.

Vergleichen wir, weil es interessant ist, Äpfel mit Birnen, also Facebook mit dem Schweizer Fernsehen.

Die Zahlen entsprechen dem Zeitgeist: von den rund 5,7 Mio. Online-Schweizern haben inzwischen 2,3 Mio. einen Facebook-Account. Das heisst, Facebook kommt auf einen Marktanteil von 41 Prozent.

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Es wird ja überall geschrieben, wie Journalismus und WikiLeaks sich hervorragend ergänzten. Letztere bekommen das Material geliefert, Erstere machen die Knochenarbeit.

Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Verlage auf die Idee kommen, selbst die Rolle von WikiLeaks zu übernehmen. Schliesslich lebt der Journalismus schon seit ewigen Zeiten von mehr oder weniger anonym zugestellten, vertraulichen Dokumenten und geheim eingestuften Informationen.

Das Neue an WikiLeaks ist einzig, dass die ein digitales Postfach zur Verfügung stellen und die Verlage immer noch auf den Postboten warten. Oder auf eine E-Mail.

Jedoch:

Die WAZ-Mediengruppe hat den ersten anonymen Datenupload einer Zeitung im deutschen Internet eingerichtet. So können Menschen mit Hilfe von geheimen Dokumenten auf Missstände hinweisen – und dabei trotzdem anonym bleiben.

Und die WAZ-Gruppe kopiert WikiLeaks auch in Sachen Versteckspiel mit den Behörden:

Die Daten werden auf getrennten Systemen auf Servern im Ausland gespeichert. Dokumente oder Emails, die dorthin hoch geladen werden, sind zu keinem Zeitpunkt unverschlüsselt. Es besteht kein Kontakt zu den übrigen IT-Systemen der WAZ-Gruppe. Die Datenverbindungen können als abhörsicher gelten.

Da sind wir mal gespannt, ob das was bringt. Wir können davon ausgehen, dass dem WAZ-Beispiel noch andere Verlage folgen werden.

PS: Gestern hat ein Journalist beim Deutschen Presserat Beschwerde gegen den SPIEGEL eingereicht. Mit den Exklusivverträgen mit WikiLeaks verstosse das Magazin gegen den Pressekodex.

“Der Spiegel” ist somit in der Lage über einen langen Zeitraum hinweg Agenda-Setting zu betreiben.

Weil: Andere Redaktionen und freie Journalisten könnten mangels Zugang die Depeschen nicht nach eigenen Kriterien erschließen und sich kein eigenes Bild verschaffen

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Interessante Entwicklung bei der New York Times. Diese hat den Posten des Social Media Editors wieder abgeschafft. Der Grund: Es ist an der Zeit, dass sich alle redaktionellen Mitarbeiter um Social Media kümmern und wissen, wie man dort kommuniziert.

Das heisst, bei der New York Times gehört es nun zu den Aufgaben von Redaktoren, Reportern und anderen Newsroom-Mitarbeitern, die Social Network-Sites der Zeitung mit Informationen zu bedienen und Diskussionen zu führen, Trends aufzuspüren, Schlagzeilen abzusetzen und neue Quellen im Netz zu erschliessen.

Verglichen mit der Schweizer Medienwirklichkeit ist das doch eine recht schnelle Anpassung an die Realität. Die meisten hiesigen Verlage haben die Stufe, einen Social Media Editor einzustellen, noch gar nicht erreicht.

Wenn ich mich so umsehe, ist Social Media in Schweizer Verlagen zumeist das Privathobby einzelner Redaktionsmitglieder.

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Ich muss immer mal wieder feststellen, dass ich purer Durchschnitt bin. Beispielsweise gerade jetzt, beim Lesen dieser Studie des Reynolds Journalism Institute: Statt den Zeitungen neue Leserkreise zu erschliessen, verringern die Verlags-App fürs iPad die Auflagenzahlen der gedruckten Zeitungen.

58% der iPad-Nutzer gaben an, dass sie in den nächsten sechs Monaten ihr Printabo kündigen werden. Mitgemacht bei der Umfrage haben rund 1’600 iPad-Besitzer, was die Studienergebnisse repräsentativ werden lässt.

Ich gehöre zu den 58%. Denn ich habe sowohl mein Abonnement für die SonntagsZeitung als auch für die Basler Zeitung nicht mehr erneuert, sondern bin auf deren E-Paper-Ausgabe umgestiegen.

Allerdings sind die beiden Verlage bemüht, mir die Freude daran zu vergällen.

Die Basler Zeitung lieferte über drei Wochen (!) wegen technischen Problemen nur eine Dreiviertel-BaZ. Und die SonntagsZeitung konnte diesen Sonntag erneut trotz x Versuchen über die App nicht heruntergeladen werden.

PS: Die amerikanische Studie zur iPad-Nutzung ist noch in vielerlei Hinsicht interessant. Man erfährt unter anderem, dass der typische iPad-Besitzer über ein gutes Einkommen verfügt und zwischen 35 und 64 Jahre alt ist.

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Die Zeitung auf Papier ist dem Untergang geweiht. Der Paper-Reader wird durch den E-Reader ersetzt. Nun gibt es noch immer Verlage, die behaupten, guter Journalismus wäre nur auf Papier zu haben.

Das ist selbstverständlich grosser Unsinn und ist auch gar nicht mehr ernst gemeint. Die Verlage wollen nur noch  so lange am Papier als Trägermedium festhalten, bis sie ihre millionenteuren Rotationsmaschinen abgeschrieben haben. Die nächsten fünf Jahre sind die Jahre der unumstösslichen Wahrheit: Ich sage voraus, dass kein Verlag mehr Geld in neue Zeitungsrotationsmaschinen investieren wird.

Diese Grafik zeigt, bis wann in welchen Ländern die Zeitung auf Papier irrelevant wird.

In der Schweiz wird es 2025 soweit sein, in Deutschland 2030. In UK 2019 und in den USA schon 2017. Bis ins Jahr 2040 werden Zeitungen weltweit nur noch ein Nischendasein führen.

Wir werden uns daran gewöhnen, dass wir Informationen auf E-Readern lesen werden. Die Preise für diese Geräte werden signifikant sinken und ähnlich wie Smartphones entweder gratis oder zumindest für wenig Geld zu haben sein.

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Update 02/11/10: Die vom australischen Zukunftsforscher Ross Dawson am Montag angestossene Diskussion zum Untergang der Tageszeitungen, hat in Medien verschiedener Länder zu Kommentaren geführt. Einige halten ihn für einen Schwätzer:

The Australian: Deadline for newspapers as digital publications rise
Brand Republic: Digital to kill US and UK newspapers before 2020
Central Valley Business Times: AUDIO INTERVIEW: Futurist names the years when the newspapers die
Dagensmedia: Sverige utan dagstidningar 2025
Cyberpresse.ca: Les journaux canadiens mourront en…2020
The Foreigner: Norwegian newspapers to die within ten years
Roy Greenslade in The Guardian (1): British newspapers to die in 2019
Roy Greenslade in The Guardian (2): Wilkinson: accept that newspapers are dying, now do something positive
Markedsforing: Aviserne uddør i 2023
Newsline: The Independent i: I don’t get it
The Next Web: When will newspapers die out in your country? Check this infographic
Persoenlich: 2025 gibt es keine Zeitung mehr in der Schweiz
De Standaard: Krant verdwijnt in België in 2026
Time: Futurist Predicts Extinction Timeline of World’s Newspapers
tyinterty.cz: Grafika: Kdy v které zemi vymřou noviny
Villamedia: Wereldkaart ‘uitsterven’ dagbladen
Welingelichte Kringen: Nederlandse kranten verdwijnen in 2027

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