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Erste Überlegungen für den Cyberwar reichen in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Damals begannen die Russen Anticomputereinheiten aufzubauen – auch aus Kostenüberlegungen.

China folgte etwas später. Weil China weiss, dass das Land auf dem Landweg nicht erobert werden kann, fühlte man sich lange Jahre mit dem unverhältnismässig grossen Landheer sicher. In den 80er Jahre wurde die Bedrohungslage eine andere: die USA waren mit ihren Mittel- und Langstreckenraketen zu einer direkten Bedrohung geworden.

Diese Systeme auf konventionellem Weg zu bekämpfen, ist zu teuer und zu aufwändig. In deren Steuerungssysteme einzudringen hingegen wurde zur machbaren Option.

“Wir haben es mit einem ernstzunehmenden Phänomen zu tun”,
stellt Sandro Gaycken fest. Sein Vortrag an der re-publica: Cyberwar und seine Folgen für die Informationsgesellschaft.

Jeder gesellschaftliche Prozess wird heute mit Computern

gesteuert und damit sehr verwundbar. Der Einsatz von Spezialeinheiten, die sich mit Cyberstrategien befassen, rechnen sich extrem.

Es ist ein neues Wettrüsten im Gang. Kleinere Länder können starke Nationen wie die USA bedrohen – beispielsweise in dem man zeigt, dass man Kraftwerke und andere neuralgische Anlagen lahmlegen kann.

In den letzten vierzig Jahren ging die Bedrohungen von kleinen Gruppen aus, von Kleinkriminellen und jungendlichen Hackern. Doch jetzt erreichen wir eine ganz neue Qualität, jetzt steigt das Militär ein, ausgestattet mit entsprechenden Mitteln.

Nicht relevant ist das Internet. Den der innere Kontrollbereich beispielsweise von Kernkraftwerken hängt nicht am Internet. Die Bedrohung kommt von Innen.

Die Dienste wissen, wie man Leute anheuert. Da steckt einer einen Memorystick in einen Computer, das reicht. Gängig ist auch, dass man direkt Backdoors in die Hardware einbaut (gefälschte Komponenten in Ersatzteilen) und sich so Zugang zu den Prozessen verschafft.

Oder man gibt einem Programmierer 100’000 Dollar mit der Aufforderung, ein paar Programmcodes mit einzubauen und verschafft sich so einen Zugang.

Das Problem ist, dass die IT-Forensik die Herkunft des Angriffs kaum ausmachen kann. Denn bis man den Angriff bemerkt, können gut fünf Jahre ins Land gehen.

Komplexe Systeme, wie beispielsweise ein Flugzeugträger, sind “softwareverseucht”. Man kann sich denken, dass es sich damit um attraktive Ziele für einen Cyberangriff handelt.

Angriffe können auch über Social Media geführt werden. Beispielsweise mit einem verwackelten Video, wonach in einem Pariser Vorort ein Kind von Polizisten zu Tode geprügelt wurde. Wochen später stellt sich heraus, dass es sich um eine Fälschung handelt. Eine fremder Geheimdienst kann jedoch so mit wenig Aufwand Frankreich ernsthafte Probleme bereiten.

Wir stehen vor dem Problem, dass wir uns von einer Informationsgesellschaft hin zu einer Desinformationsgesellschaft bewegen, weil das Vertrauen verloren geht.

Siehe dazu auch Jeff Jarvis:
US spy operation that manipulates social media

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2 comments untill now

  1. Eman Deriuqer @ 2011-08-12 13:49

    Ich finde, dass der Arlesheimreloaded-Blog und diese Seite hier verzerrte Berichtserstattung betreiben. Zudem betreiben Sie eine Art personifizierter Angriff gegen gewisse gewählte Volksvertreter. Namentlich Frau Oberholzer.
    Monsieur Messmer sollte sich schämen!

  2. Eman Deriuqer @ 2011-08-12 13:51

    Ps. ich bin weder SP Mitglied noch von irgendjemandem engagiert. Mein Beitrag passt aber zum Thema “Desinformationsgesellschaft”. Denn von dieser Methodik wird im Arlesheimreloaded Blog reichlich gebrauch gemacht.

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