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Es wird ja überall geschrieben, wie Journalismus und WikiLeaks sich hervorragend ergänzten. Letztere bekommen das Material geliefert, Erstere machen die Knochenarbeit.

Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Verlage auf die Idee kommen, selbst die Rolle von WikiLeaks zu übernehmen. Schliesslich lebt der Journalismus schon seit ewigen Zeiten von mehr oder weniger anonym zugestellten, vertraulichen Dokumenten und geheim eingestuften Informationen.

Das Neue an WikiLeaks ist einzig, dass die ein digitales Postfach zur Verfügung stellen und die Verlage immer noch auf den Postboten warten. Oder auf eine E-Mail.

Jedoch:

Die WAZ-Mediengruppe hat den ersten anonymen Datenupload einer Zeitung im deutschen Internet eingerichtet. So können Menschen mit Hilfe von geheimen Dokumenten auf Missstände hinweisen – und dabei trotzdem anonym bleiben.

Und die WAZ-Gruppe kopiert WikiLeaks auch in Sachen Versteckspiel mit den Behörden:

Die Daten werden auf getrennten Systemen auf Servern im Ausland gespeichert. Dokumente oder Emails, die dorthin hoch geladen werden, sind zu keinem Zeitpunkt unverschlüsselt. Es besteht kein Kontakt zu den übrigen IT-Systemen der WAZ-Gruppe. Die Datenverbindungen können als abhörsicher gelten.

Da sind wir mal gespannt, ob das was bringt. Wir können davon ausgehen, dass dem WAZ-Beispiel noch andere Verlage folgen werden.

PS: Gestern hat ein Journalist beim Deutschen Presserat Beschwerde gegen den SPIEGEL eingereicht. Mit den Exklusivverträgen mit WikiLeaks verstosse das Magazin gegen den Pressekodex.

“Der Spiegel” ist somit in der Lage über einen langen Zeitraum hinweg Agenda-Setting zu betreiben.

Weil: Andere Redaktionen und freie Journalisten könnten mangels Zugang die Depeschen nicht nach eigenen Kriterien erschließen und sich kein eigenes Bild verschaffen

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2 comments untill now

  1. Gibt es einen Grund, Journalisten für kompetent genug zu halten um ein Portal im Stil von Wikileaks zu betreiben? Wer überhaupt vertraut Journalisten?

    Passend dazu: http://blog.fefe.de/?ts=b3fbf197

  2. Es geht weiter, wieder verliert wikileaks eine Bankverbindung. Visa, Mastercard, Paypal und jetzt die Bank of America: Die Großbank reiht sich bei den Unternehmen ein, die Zahlungen an WikiLeaks sperren. Vielleicht liegt es daran, dass wikileaks als nächstes Ziel eine amerikanische Grossbank anvisierte. Auf der anderen Seite wird man an diesem Beispiel sehen, ob es auch auf Seiten der Banken monopolistische Strukturen gibt. Das wäre wirklich nicht gut.

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