Wie ich die Community aufbaue und bei Laune halte? Damit ein reger, emotionaler Austausch gelingt, verstehe ich mich als Animateur und Moderator. Ich sorge dafür, den Dialog in Gang zu halten und voranzutreiben. Dazu schicke ich häufig Fragen in die Runde, von denen ich überzeugt bin, dass sie die jeweilige Zielgruppe besonders interessieren. Zum Beispiel: Welche Radtour plant ihr in den Sommerferien? Was sind die schönsten Fahrradwege? Wie haltet ihr euch persönlich fit, mit welchem Sportgerät? Wer ist schuld am Doping im Radsport? etc.
Wer sich auf seine Kunden einlässt, muss sich darauf gefasst machen,
Der Satz “Wer nicht kommuniziert stirbt” war lange Jahre sehr beliebt bei PR-Agenturen, so sehr, dass sie ihn gar mit “altes Sprichwort” etikettierten. Den Satz kann man auf der Müllhalde der Kommunikationsgeschichte entsorgen. Denn jetzt gibt es eine neue Botschaft, die man sich als Profikommunikator merken muss:
Jedes Unternehmen ist ein Kommunikationsunternehmen!
Jedes Unternehmen ist deshalb ein Kommunikationsunternehmen, weil es mit seinen Kunden, seinen Mitarbeitern, seiner Nachbarschaft kommuniziert, was möglicherweise als etwas banal klingt. Doch der entscheidende Unterschied
Will man den Umfragen glauben, so befassen sich praktisch alle Unternehmenskommunikationsabteilungen in unseren Breitengraden mit der Frage, ob und wie man sich in Social Networks engagieren soll. “Wie verdammt noch mal, sollen wir es denn anstellen”, lautet die Frage im Kopf, wird aber aus purer Höflichkeit so formuliert: “Haben Sie einen Vorschlag, wie wir vorgehen könnten?”
Zuerst sollte man ein paar Fehler vermeiden, denn so eine Facebook-Fanpage ist ja schnell mal eingerichtet.
Es fehlt die Strategie: Viel zu viele Unternehmen rennen einfach drauflos, so als würden sie den Anschluss verpassen. Gemach. Die Entwicklung ist in vollem Gang, noch verpasst bei uns niemand den Zug.
Wir hören fast täglich von den erstaunlichen Apple-Verkaufszahlen des neuen iPhone und denken: Wenn das so weiter geht, wird wohl bald die Hälfte der Menschheit mit einem iPhone telefonieren. Wobei man wohl besser schriebe: Mit dem iPhone könnte man auch telefonieren.
Doch ob dieser scheinbar ungehinderte Durchmarsch von Apple tatsächlich anhält, wird inzwischen von Fachleuten bezweifelt. Wired berichtet jetzt, dass täglich 200’000 Smartphones mit dem Android-Betriebssystem von Google verkauft werden.
In Klammer muss kurz in Erinnerung gerufen werden, dass Google Android 2005 gekauft hat und Ende Oktober 2008 das Konkurrenzbetriebssystem zu Apple offiziell lancierte. Allerdings trat Google mit seinem eigenen Smartphone Nexus One (Produktion inzwischen eingestellt) nicht allein an, sondern hatte eine Softwareallianz mit 33 Mobiltelefonherstellern geschmiedet.
Bis 2012 werden weltweit 75 Mio. Androids auf dem Markt sein. 2009, dem ersten vollen Verkaufsjahr, hatte man 5 Mio. Stück abgesetzt. Damals hatte deren Marktanteil 2,7 Prozent und Apple, das sein iPhone 2007 lanciert hatte, lag bei 13,8 Prozent. Schon in zwei Jahren, so wird gerechnet, werden die Androids den bisherigen Marktführer Apple überholt haben und einen Marktanteil von nahezu 20 Prozent erreichen (Apple 16 Prozent).
Aus dieser Entwicklung leiten einige bereits ab, dass Apple auf mittlere Sicht auf die Verliererstrasse gerät. Wie seinerzeit beim Betriebssystem für PCs (für Mc-Fans eine abwegige Bezeichnung, trotzdem) weigert sich Apple auch heute sein Betriebssystem iOS anderen Hardwareherstellern zur Verfügung zu stellen.
Microsoft verfolgte damals eine andere Strategie, weil sich das Unternehmen als Softwarefirma und nicht als Hardwareherstellerin positioniert hatte und gewann das Duell.
Gut, über diese Titelsetzung kann man sich streiten.
Die Geschichte ist jedoch ziemlich lokal und handelt deshalb von einem Blumenkübel, der vor einem Altenheim stand und des nachts von Unbekannten zerstört wurde: “Von den Tätern fehlt jede Spur”, wird berichtetund die Bewohner des Altersheims “seien traurig und verständnislos”.
Nach ein paar Tagen unbemerktem Onlinedaseins des Beitrags einer etwas unbedarften Praktikantin geschah Erstaunliches: Die Geschichte wurde für die Münstersche Online-Zeitung zum Renner des Sommers: über 50’000 Besucher wurden innerhalb zweier Tage für diesen einen Beitrag gezählt. Und die Besucherwelle ebt noch immer nicht ab.
Für den doch beachtlichen Besucherverkehr sorgten über 400 Tweets und über dreissig Blogbeiträge (jetzt ist’s noch einer mehr).
Die Münsterschen Online-Macher freuten sich über die unerwartete Aufmerksamkeit, die sie erzielt hatten und schrieben selbstverständlich eine Fortsetzung: Blumenkübel bleibt Top-Thema im Netz.
Inzwischen ist auf Youtube das Bekennervideo einer Gruppe “Free the Flowers” aufgetaucht.
Nun gut, es handelt sich hier weniger um einen Beitrag über die Zukunft des Lokaljournalismus als vielmehr darum, welches Interesse ein harmloser, ja absurder Text in der Onlineausgabe einer Provinzzeitung dank Twitter erreichen kann.
Jedoch – wer sonst als Lokaljournalisten schreibt schon über zerstörte Blumenkübel vor einem Altersheim?