Es wird ja noch immer da und dort darüber gerätselt, für was denn nun so ein iPad nützlich sei. Nun, das Ding ist der perfekte Reisebegleiter für all jene, die von Tag zu Tag entscheiden, wie es auf der Reise weitergehen soll. Beispielsweise, um das Hotel für die nächste Nacht zu buchen. Gut, das kann man mit einem Notebook auch. Aber beim iPad fällt die Aufstartzeit weg und auch McAffee fordert kein Update. Mal abgesehen von der Batterieleistung eines Notebooks – die reicht für keinen Flug – schleppt man auch keine unnötige Tastatur mit sich herum.
Das iPad ist ein multifunktionales Gerät – ein Kindle für die Ferienlektüre und den Reisführer. Ein Routenplaner dank Google Maps. Damit verfügt man immer über den aktuellen Stadtplan, den man als Screencshot (Mitteltaste und Austaste drücken) auch offline nutzen kann. Am Frühstückstisch oder von mir aus auch am Pool informiert man sich übers Weltgeschehen und kann anschliessend kann seine nächste Strecke planen.

Per E-Mail bekommt man die Hotelbestätigung und seine Autoreservierung zugeschickt (zum Beispiel und dies ist so gut wie ausgedruckt auf Papier) und mit dem “Reeder” kann man während des Flugs seine RSS-Feeds lesen. Kann man mit dem iPhone oder dem HTC alles auch.
Der entscheidende Vorteil gegenüber einem Smartphone ist jedoch die Grösse des Bildschirms – wenn man sich erst mal an diese gewöhnt hat, fällt es schwer, wieder zurück zum Smartphone zu wechseln. Ja ich habe mich gar gefragt, ob ich als Ergänzung zum iPad nicht einfach ein Handy bräuchte, mit dem man nichts als nur telefonieren kann (ich habe mein HTC lediglich für ein paar wenige SMS benötigt).
Schön ist, dass man mit dem iPad nicht viel mit sich rumschleppt, man es also immer mit dabei haben kann (ich benutze den wirklich praktischen und designmässig akzeptablen Notebook-Rucksack von Samsonite) und gut ist auch, dass die Batterie auch bei intensivem Gebrauch erst wieder über Nacht aufgeladen werden muss.
Und dann gibt es noch diese netten Apps, die einem das Reiseleben erleichtern: Beispielsweise Wikihood. Das App bringt dank GPS alle Einträge von Wikipedia zu Wissenswertem von genau dort, wo man sich gerade befindet. Die Vollversion, die beispielsweise auch mit Google Earth gekoppelt ist, kostet lediglich 7.70 CHF. Diese Investition hat sich nun wirklich gelohnt auf unserer zweiwöchigen Reise quer durch Israel.
Besonders angenehm ist es, wenn, wie in Israel, in vielen Cafés und in den Hotels Gratis-Wi-Fi eine Selbstverständlichkeit ist (ich habe in den zwei Wochen keinen Rappen für Roaminggebühren ausgegeben). Da greift man zum iPad wie früher zu einem Nachschlagewerk oder zur Zeitung, allerdings mit dem unschlagbaren Unterschied, dass dieser Begleiter immer und überall die aktuellsten Informationen liefert. Und auf alle Fragen eine Antwort.
Es sei nicht unerwähnt: Die neueste Ausgabe des SPIEGEL habe ich mir in Jerusalem heruntergeladen – allerdings nicht wie sonst Samstag Nacht sondern wegen der exklusiven Wikileaks-Geschichte erst am Montag zum Frühstück. Welch entspanntes Gefühl für den Newsjunkie, keinen Kiosk mit internationalen Medien mehr suchen zu müssen.
Das auf den Punkt gebrachte Fazit: keine Reise mehr ohne iPad.


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