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Der HTC-Kulturschock

Seit gestern bin ich Neubesitzer eines HTC Desire. Zwei Wochen musste ich warten, bis es geliefert wurde, nicht nur Apple, auch andere werden von drängenden Kunden belagert.

Ich will die Apple-Welt verlassen.

Der Umstieg vom iPhone auf das HTC ist  zunächst mal ein veritabler Kulturschock. Nichts mehr ist so wie beim iPhone. Zum einen: Plug and play funktioniert nicht ohne Weiteres. Auch nach mehrmaligem Versuch habe ich es nicht geschafft, meine Outlook-Termine mit dem HTC zu synchronisieren. Es ist die alte Leier wie seinerzeit beim Motorola Razr – x Mal habe ich das Hotsync-Programm runtergeladen und es schliesslich aufgegeben.

Damals hatte ich ja noch den Garmin Que Organizer.

Zum anderen: Ich fühle mich zurückversetzt in alte Nokia-Zeiten. Du drückst hier, Du drückst da und Du weisst nicht, wo Du landen wirst. SMS – hallo, wo bist du? Dafür hatte ich plötzlich uralte Telefonnummern im Verzeichnis – aha, das sind die von der SIM-Karte.

Beim Versuch, die vorhandenen Icons nach meinem Gusto zu ordnen, habe ich prompt den Google-Suchebalken aufs Home-Display platziert. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Deshalb weiss ich jetzt nicht, wie man das Ding von dort wieder weg bekommt.

Was ich wirklich brauche, ist das App der SBB. Weil ich meine Tickets nur noch elektronisch aufs Smartphone lade. Für Android-Telefone gibt es das nicht. Also muss ich meine Tickets wie früher an meinem PC ausdrucken? Oder sie mit dem App auf mein iPad runterladen? Das ist doch albern.

Was mich jedoch echt ins Grübeln bringt, die liefern eine Gebrauchsanweisung von 27 Seiten. Das ist schlicht eine Zumutung. Apple liefert nichts ausser einem 70seitigen-Vertrag (online beim Freischalten), den ich auch nicht durchlesen wollte und mit dem ich wohl meine Seele an Steven Jobs verkauft habe.

Ich hasse es, wenn mir ein Gerät geliefert wird, dass a) die Synchronisation mit meinem Computer nicht selbst übernimmt und b) mir, kaum ausgepackt, zu verstehen gibt, ich sei ein Trottel, alle anderen ausser mir hätten das Ding begriffen. Dazu passt, dass ein Kollege eben meinte, ich hätte halt das falsche Gerät gekauft. “Das HTC Desire” ist doch ein Spielzeug.” Das Droid X von Motorola sei ein absolutes Spitzenprodukt. “Hättest das kaufen sollen!” Auch das ist bezeichnend – ausserhalb der Apple-Welt hat man immer das falsche Gerät.

Nach gut einer Stunde herumpröbeln habe ich die SIM-Karte wieder in mein iPhone gesetzt.

Was mich tröstet, ist dieser letzte Satz des Swisscom-Verkäufers: “Sie können das Gerät innert 14 Tagen zurückgeben, wenn es Ihnen nicht gefällt.”

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10 comments untill now

  1. Hallo Manfred,

    an dieser Stelle sei mir das Bashing erlaubt.

    “Auch nach mehrmaligem Versuch habe ich es nicht geschafft, meine Outlook-Termine mit dem HTC zu synchronisieren.”

    Wir notieren: Outlook Nutzer.

    “Dafür hatte ich plötzlich uralte Telefonnummern im Verzeichnis – aha, das sind die von der SIM-Karte.”

    Interessant das es Produkte gibt, die einen vollständigen Zugriff auf eigene Daten verschaffen. Sensationell, oder?

    “Was ich wirklich brauche, ist das App der SBB.”

    Hierzu sollten sie sich auch an diejenigen wenden, die eine Bringschuld besitzen. Nein, das obliegt nicht der Technik.

    “Was mich jedoch echt ins Grübeln bringt, die liefern eine Gebrauchsanweisung von 27 Seiten. Das ist schlicht eine Zumutung.”

    Das verstehe ich jetzt nicht. 27 Seiten, zum einen voller Bilder und zum anderen vollgestopft mit von der EU geforderten Informationen. Aber nein, diese können Sie nicht so einfach überlesen wie ihren 70 seitigen Apple Vertrag – versteht man ja.

    “b) mir, kaum ausgepackt, zu verstehen gibt, ich sei ein Trottel, alle anderen ausser mir hätten das Ding begriffen.”

    Sehen Sie, genau an dieser Stelle beantworten Sie es doch selbst. Für Menschen wie sie liegt der Fortschritt im Einschnitt der Innovation. Daher wurde für sie das Iphone erdacht und entwickelt. Wenden Sie es an. Aber bitte, enttäuschen Sie nicht noch einmal Menschen wie mich, die bisher ihre Beiträge als qualifiziert und fundiert betrachtet haben. Sonst kommt bald Steven und verbietet die Nutzung von Baltimore Produkten auf “seinem” (!) iphone.

    Vielleicht ist es auch einfach nur zu warm :)

    Viele Grüße,
    Andreas

  2. Ich hoffe, ich werde im gleichen Alter wie Sie nicht gleich hilflos sein … :->

  3. [...] This post was mentioned on Twitter by Manfred Messmer, MacMacken. MacMacken said: Möchte man einen Berater für «Online Relations», der mit einem HTC Desire-Smartphone überfordert ist? http://0x4d.ch/mht #fail #offline [...]

  4. Fortsetzungsgeschichte: Ich habe jetzt nochmals zwei Stunden investiert und jetzt läuft das Ding. Das heisst – ich verstehe jetzt, wie das HTC funktioniert, trotz meinem Alter :-) .

    Der Weg des zeitgenössischen Menschen ist mit Passwörtern gepflastert. Unglaublich, wo man sich überall wieder frisch anmelden muss, um überhaupt online zu sein. Und dabei stellt man fest, würde man nur ein Passwort benutzen – beispielsweise “1,2,3,4″, wäre das Leben um einiges leichter.

    Interessant fand ich den Hinweis beim Herunterladen des HTC Sync-Programms, man solle doch jetzt zunächst mal alle Virenprogramme ausschalten und diese nach erfolgter Installation wieder einschalten.

    Auf der Suche nach geforderten Ausschaltkästchen oder so, habe ich dann nochmals zwanzig Minuten herumgepröbelt. Dann dachte ich: f… you.

    Ich habe das Programm halt MIT eingeschaltetem Virenprogramm installiert. Und siehe da – es ging auch. Wahrscheinlich handelt es sich um den Scherz eines HTC-Programmierers.

  5. Christoph @ 2010-06-30 17:49

    Liebe Herr Messmer, auch ich schätze ihren Blog sehr und vefolge mit Interesse die weitere Entwicklung – aber das sie allen Ernstes solche Probleme mit einem HTC Desire haben, davon ging ich nicht aus. Natürlich ist es ein Umstieg, ganz klar, HTC macht ja keine iPhones. Und ja man muss vielleicht mehr machen, liegt aber auch in der Natur der Sache von Android das man somit auch mehr Kontrolle hat, ich werde auch immer belächelt von iPhone Nutzern die nichtmal wissen wie sie die andauerne Standortabfrage, GPS etc. ausschalten…bei mir ist es ein Button auf der zweiten Seite der Startscreens, easy, safe und nützlich. Und wenn man nicht weiß wie man sein Virenprogramm ausschaltet geschweige den findet frag ich mich schon wer hat ihnen dieses Programm überhaupt installiert?

  6. Lieber Christoph
    Es liegt in der Natur der Sache, dass man im Leben so seine Probleme mit den elektronischen Helfern hat. Und zwar andauernd. Und bei der Handhabung hat halt Apple schon seit Jahren die Nase vorn, so halt auch bei den Smartphones.

    Aber ich kann Sie und die anderen Leser dieses Blogs, wofür ich mich bedanke, insofern beruhigen, als dass ich das Desire jetzt gut im Griff habe.

    Ich habe jetzt auch alle Konten eingerichtet und das Look and Feel des HTC nach meinen Vorstellungen verändert.

    Allerdings bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass nur wenige iPhone-User auf Android umsteigen werden. Die Apple-Smartphonewelt ist in ihrer Schlichtheit unschlagbar benutzerfreundlich. Jetzt werden die Claims fürs Geschäft der nächsten Jahre abgesteckt. Was derzeit offen ist, ist wie sich die technischen Probleme des 4 auswirken werden (Image).

    (auf meinem iPad geschrieben :-) )

  7. Christoph @ 2010-07-01 12:25

    Schön zu hören dass das Desire nun unter Kontrolle ist :-) Das nur wenige iPhone user auf Androids umsteigen stimmt vermutlich, die Geschlossenheit und das damit verbundene Feeling ist in der Tat unschlagbar.

    Ich glaub die techn. Probleme des 4er werden die iPhone affinen User nicht abschrecken, es wär im Gegenteil ja ganz interessant zu wissen ob sich das wirklich negativ auf den Verkauf auswirkt. Meiner Vermutung nach ist diese vordergründig negative Geschichte doch wieder was um das Mysterium Apple zu festigen. Hab schon gehört von Applemaniacs die dafür Google, Microsoft verantwortlich machen diese Meldungen in die Welt gesetzt zu haben. Aber mal abwarten wie dann der Empfang wirlich ist.

    Viele Grüße aus Österreich, Christoph

  8. Zunächst mal hat es etwas mit Freiheit zu tun, dass man sich das Gerät aussuchen kann und nicht nur eines von Apple vorgesetzt bekommt. Desweiteren ist es kein Geheimnis, dass Motorola Milestone und sein Nachfolger ganz weit oben stehen, bei den Android Phones und ich das Milestone als das beste Android-Smartphone bezeichnen würde. Außerdem muss man sich auch auf seinem Apple-Spielzeug bei jeder Community und Seite neu anmelden, wenn man sich so ein “Gerät” zulegt, also ist das wohl kaum ein Grund zu meckern.

  9. [...] zu jedem Ort auf der Welt aufs iPad (oder aufs iPhone, keine Android-Version derzeit – es wird nicht gelacht) zu bringen. Da man wahlweise auch auf den englischen Content umschalten kann, ist das Angebot [...]

  10. Funkervogt @ 2011-12-21 07:39

    die blöden komentare über das iphone könnt ihr stecken lassen, es funktioniert und ist sicher
    was man von htc und co nicht behaupten kann,ich habe beides iphone4 zuverlässig wie immer und htc zum experimentieren und fluchen nun aber bald das motorola razr mal schaun was das drauf hat wobei es ja nicht die hartware ist den die ist top keine frage nur andoid nein nicht mal android sonder all die kleinen idioten die denken sie könnten programmieren und bieten halbfertige produckte für teures geld oder gar scheinbar gratis, dazu brauch ich noch nen antivirus fürs handy sonen schitt sorry ….
    nokia geht schon mal garnicht hat meine freundin und kotzt ovi geht nicht
    deshalb iphone4 ist mein mercedes und htc mein 2 wagen anderst gehts nicht

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