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Seit Twitter im Netz ist, wurden gemäss einschlägigen Meldungen mehr als 10 Mia. Tweets abgesetzt. Über 100 Mio. Accounts sollen bestehen und jeden Tag sollen 300’000 neue dazu kommen. Das sind imposante Zahlen. Und die statistischen Zahlen zeigen für die Zukunft weiter nach oben:

Allerdings: Wenn man genauer hinschaut, dann ist das, was auf Twitter läuft, eher ernüchternd: 20 Prozent der Accounts sind tot,  50 Prozent der Twitterer tun dies äusserst selten und das zumeist für sich allein, denn gerade mal 5 Prozent der Leute habe mehr als hundert Follower. Und von den 10 Mia. Tweets wurden sage und schreibe 75 Prozent von gerade mal 5 % “Loud Mouths” abgesetzt.

Da müssen ein paar Leute ausser zu zwitschern wohl nicht mehr viel anderes getan haben.

Soll man also als Unternehmen vom Twittern lassen? Nein. Denn zum einen handelt es sich um eine Plattform, von der man derzeit noch nicht abschliessend behaupten könnte, die Sache sei ein Flop. Und – es gibt durchaus positive Beispiele, wie beispielsweise die Schweizer Fluggesellschaft Swiss, die während des isländischen Aschewolke-Flugstopps den 140 Zeichen-Dienst sehr erfolgreich als direkten Krisenkommunikationskanal zu ihren Kunden benutzt hat.

Doch wie kann ich als Unternehmen die Weizen von der Spreu trennen? Dafür gibt es “Klout”. Es handelt sich um ein Analysetool, mit dem nachschauen kann, wie einflussreich der jeweilige Twitterer tatsächlich ist. Dabei ist die Anzahl der Follower nicht unbedingt das alles entscheidende Kriterium.

Zu wissen, wer mit seinen Tweets tatsächlich Einfluss ausübt, kann für Unternehmen nicht unwichtig sein.

Nicht nur in Krisenzeiten sondern beispielsweise wenn man wie Virgin America ein spezielles Marketing Communications-Programm auflegen will: Die Fluggesellschaft suchte mit Klout einflussreiche Twitterer, denen sie Freiflüge offeriert hat, in der Erwartung, diese würden dann  mit mehrmals 140 Zeichen etwas über die Aktion schreiben. (Wobei die Meldung, wie man sieht, auch über andere Kanäle verbreitet wird).

Selbstverständlich gibt es auch in der Schweiz ein paar Twitterer mit Einfluss.

Nehmen wir beispielsweise den twitternden Abt Martin vom Kloster Einsiedeln. Er wird von Klout als “Aufsteiger” bezeichnet, der eine treue Gefolgschaft aufgebaut hat. Und weil Wettbewerb herrscht, kommt Abt Martin auf 36 von möglichen 100 Punkten.

Die Swiss belegt Rang 40 und die Twitterer der Corporate Communications-Abteilung können sich freuen. Denn: “You have built a personal brand around your identity. There is a good chance that you work in social media or marketing but you might even be famous in real life.” Gibt es ein schöneres Kompliment?

Wer wissen möchte, was das System über meine eher bescheidene Twitterei (13 Punkte) sagt, klickt hier. Soviel vorweg: “You share the best of this with your followers and save them from having to find what’s hot on their own.”

Und das ist ja auch die Absicht dieses Blogs.

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  1. Zu der Statistik eine kleine Anmerkung: Da zeigt sich weiter gedacht wieder einmal, dass rein statistischen Zahlen gar nichts aussagen. Wenn man beispielsweise in diesem Setting “Twitter” durch “Email” austauschen würde, würde keiner nach der Relevanz von Emailkommunikation fragen. Auch wenn eine Studie ziemlich sicher hervorbringen würde, dass es Unmengen von ungenutzten E-Mail Adressen auf der Welt gibt und die meiste E-Mailkommunikation tatsächlich Spam ist und niemanden interessiert.

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