Der Diskussion um die eigene Online-Reputation kann sich niemand mehr entziehen. Inzwischen weiss man, dass jeder HR-Verantwortliche vor einem Vorstellungsgespräch den Namen des Kandidaten googelt. Für gleich lange Spiesse sorgt man, wenn man vor dem Vorstellungsgespräch den Namen des Interviewers googelt. Auch das kann sehr aufschlussreich sein.
Wir befinden uns am Beginn eines Langzeitexperiments. Denn derzeit fehlt die Erfahrung, wie sich die Onlinereputation des Einzelnen auf dessen Berufskarriere tatsächlich auswirken wird.
Da gibt es ja das bekannte Beispiel des Bildes von der Party auf Facebook, auf dem man ziemlich angetrunken rumhängt. Heute ist es sicherlich so, dass dies nicht unbedingt auf der Positivseite verbucht wird.
Doch in zehn, zwanzig Jahren, wenn die erste Facebookgeneration die Führungspositionen besetzt? Wie wird man dannzumal ein solches Bild beurteilen?
Eine aktuelle amerikanische Studie zeigt, dass die Sensibilität für die eigene Onlinereputation wächst. 57 % der Erwachsenen Onlinenutzer gaben in einer repräsentativen Umfrage an, dass sie mittels einer Suchmaschine schon nach Einträgen zu ihrem Namen gesucht haben (Neudeutsch: “Selfmonitoring”), 2006 waren es erst 47 % gewesen.
63 % dieser “Selfmonitorer” gaben an, unter den Einträgen der kritischen ersten Seite relevante Informationen über sich gefunden zu haben, während dies bei 35 % nicht der Fall war. Diese Zahlen werden sich in den kommenden Jahren wohl stark verändern.
- 12% der Angestellten sagen, dass sich selbst online zu vermarkten, Teil ihres Jobs sei.
- 8 % haben schon mal jemanden darum gebeten, Informationen über sich selbst zu entfernen.
- 31 % sagen, dass sie Informationen über ihre Arbeitskollegen, ihre Konkurrenzfirmen, ihre Gesprächspartner im Netz suchen.
Interessant an dieser repräsentativen US-Studie ist, dass anders als vielfach vermutet, die jüngeren Internetuser sich viel überlegter im Web verhalten, als die älteren. 44 % sind aktiv dabei, die Informationen über ihre Person im Internet einzuschränken . Bei den 30- bis 49-jährigen sind es 33 % und darüber zwischen 20 und 25 %.
71 % der Social Media-Nutzer zwischen 18 und 29 haben die Privateinstellungen so verändert, dass nicht mehr alle alles mitlesen können. 47 % dieser Altersgruppe hat schon Kommentare auf ihrem Profil gelöscht und 41 % ihren Namen auf Bildern, auf denen sie markiert worden waren.
Trotz dieser Vorsicht, sagen nur noch 33 % der Internetnutzer (2006: 40%), sie machten sich Sorgen über ihre Reputation. Die Studie kommt jedoch zum Schluss, dass dieser Rückgang auf jene Teilnehmer zurückzuführen sei, die noch nie nach ihrem Namen gegoogelt haben.
Ich gehe davon aus, dass sich das Verhalten der amerikanischen Online-User nur wenig von demjenigen der Europäer unterscheidet.
Zur Studie: How people monitor their identity and search for others
Neueste Warnung zu Facebook:


Salut,
Hier noch eine schöne Grafik dazu
http://www.social-brand-value.com/2010/05/28/how-we-manage-our-online-identities/
mich hat kürzlich ein junger mann angemailt und mich gebeten, ein ca. 2 jahre altes posting in meinem tumblr-blog zu löschen, weil er sich um einen neuen job bemühe. hab ich natürlich anstandslos gemacht, da es sich um etwas unwichtiges, für ihn aber peinliches handelte.
Wenn ich eine charakterstarke und konfliktfähige Person für eine Führungsaufgabe suche, könnte die Strategie der Wahl auch sein: Eben gerade NICHT den stromlinienförmigen Kandidaten nehmen, der nur unverfängliches hinter sich lässt, sondern jenen, der sich mit Anstand aus der Affäre zu ziehen weiss, wenn ich ihn mit einer peinlichen Jugendsünde konfrontiere.
Noch ein kleiner Tipp, um seinen Ruf im Netz aktiv zu schützen und zu den für einen wichtigen Stichworten für Personaler sichtbar zu sein:
Das kostenlose Yasni Exposé: https://www.yasni.de/expose
Zeigen Sie sich besser – im gesamten Internet!