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  • Privat auf Facebook bedeutet öffentlich.
  • Deshalb: Zurückhaltung üben mit privaten Daten.
  • Keine Bilder von seinen Kindern veröffentlichen.
  • Genau hinschauen, wen man als “Freund” akzeptiert.
  • Google warnt vor leichtfertigem Umgang mit der Privatsphäre.

Ich war gestern in Zürich an einer Social Media-Tagung. Interessant waren nicht nur die Vorträge sondern auch die Gespräche in den Pausen. Eine der Diskussionen drehte sich um Facebook. Mein Punkt ist der, dass man dort so zurückhaltend wie nur möglich sein soll.

Dem wurde von einem jüngeren Kaffepausepartner vehement widersprochen. Sei halt vielleicht eine Altersfrage. “Heute ist man viel offener als früher.” Kann man durchaus so sehen, obwohl…

Doch die neue Offenheit im Netz hat ihre speziellen Tücken. Zum Beispiel die, dass das, was ich heute ins Netz stelle, voraussichtlich auch noch in zwanzig Jahren abrufbar ist.

Und ob Eltern die Persönlichkeitsrechte ihrer Kinder verletzen, indem sie Bilder ihrer Kinder auf Facebook publizieren, werden dereinst amerikanische Gerichte entscheiden.

Denn das Blöde an dieser neuen Offenheit ist, dass einem nicht nur wohlgesonnene Menschen das Zeugs lesen und sammeln, das man auf Facebook und an anderen Orten postet. Es geht es nicht um Freundschaft, sondern um’s Geschäft.

Denn dank dem freizügigen Umgang der User mit scheinbar harmlosen Daten, können von den 400 Mio. Facebook-Freunden, 1,8 Mio. in der Schweiz, ziemlich klar definierte Zielgruppenpakete geschnürt werden, auf einzelne Regionen oder Städte beschränkt. Ein neues Eldorado für jeden Marketingmenschen.

Und die reizen derzeit aus, was Facebook herhält. Es tobt eine Art Katz-und-Maus-Spiel hinter den Kulissen. So kann es denn schon mal vorkommen, dass noch während das neue Gewinnspiel eines obskuren Anbieters auf dem Network läuft, die Facebookbetreiber sich genötigt sehen, erneut die Regeln zu ändern.

Das bekommt das breite Publikum gar nicht mit. Der Erfinder dieser unseligen “Brigitta sent you an Angel”-Geschichte, meinte gestern in Zürich, als Marketer müsse man halt immer ein wenig schneller sein als die Betreiber von Facebook.

Wer es genauer wissen möchte, was man mit seinen Daten machen kann, soll sich auf Facebook unter “Werbung” schlau machen.

Deshalb ist es eine Überlegung wert, was man von sich alles preisgeben will. Es gilt:

  • Freunde sorgfältig auswählen – gesunde Skepsis bei Freunden von Freunden.
  • Kein Lästern über Job, Chef und Kollegen.
  • Restriktiv bei persönlichen Daten wie Geburtstag, Wohnort, Zivilstand etc.
  • Keine Bilder von den Kindern (schon gar nicht, wenn sie in der Badewanne sitzen).
  • Keine Bilder von fröhlichen Saufgelagen.
  • Keine Fotos, die einem beim flirten mit der Frau des Chefs zeigen.
  • Keine Fotos, auf denen die Hände dort sind, wo sie nicht sein sollten.
  • Keine Kommentare mit extremen politischen und religiösen Ansichten.
  • Zuerst nachdenken und dann einer Fangruppe beitreten ( Fangruppen addiert ergeben ein Persönlichkeitsraster).
  • Den Seitensprung nicht auf Facebook bekannt geben.
  • Die Scheidung nicht auf Facebook bekannt geben.
  • Auch nicht die gelungene Flucht aus dem Gefängnis.
  • Auf die Sprache achten.

Zwischendurch kann man sich durchaus mal fragen: warum bin ich überhaupt auf Facebook.

Interessant ist, was Google den Benutzern von Buzz sagt, der Konkurrenz von Facebook:

  • Keep your private information private – Don’t listen to Mark Zuckerberg kids — public is only the new private if you let it be.
  • Know who’s following you – This is perhaps easier said than done as it forces users to monitor their Gmail accounts for Buzz-related information.
  • Control your Google Profile – Google lets you control what people can see, but you don’t have to do anything more than offer up your first and last name.
  • Manage posts and comments – Google Buzz lets you edit or delete any comments that you make on your own posts, delete comments others leave on your posts and delete comments you leave on others’ posts.
  • Know how to turn it off – In Gmail settings, you have the option of either turning Buzz off in Gmail but keeping it active on your phone or disabling it entirely. Disabling Buzz entirely will remove your Google Profile account and delete all of the comments and posts associated with your account.

Empfehlenswert ist auch die US-Site ConnectSafely, die sich speziell an Kinder richtet. Das Problem ist, dass die meisten Leute so sorglos mit ihrer Person im Netz umgehen, wie mit ihren Passwörtern.

Frage an die Leser: Gibt es eigentlich solche Websites wie ConnectSafely auch auf Deutsch?

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5 comments untill now

  1. Dieser Post gibt ja exemplarisch eine oftmals geäußerte Position wieder. Leider enthält er aber nur alte Antworten auf neue Fragen. Die weit über den geschilderten Komplexen angesiedelte Frage lautet nämlich: Wie verändert sich das menschliche Untereinander, wenn es nicht nur eine strategische Fassade und einen tatsächlichen Menschen dahinter gibt, sondern wenn diese beiden Zustände zusammenwachsen?

    Es ist nicht schlimm, Bilder zu posten, auf denen man mit Freunden betrunken den Spaß seines Lebens hat. Es ist schlimm, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem zwar alle auch ab und zu mal einen trinken, es aber problematisiert wird, wenn das nicht hinter verschlossenen Türen passiert.

    Und die öffentliche Sichtbarkeit von passiv-aggressiven Beschwerden über Gott und die Welt ist auch nicht das Problem, sondern die Geisteshaltung, die dazu führt, dass man sich nicht mit den Betroffenen direkt unterhält, wenn man mit einer Situation unzufrieden ist.

    Wenn ich die Befürchtung hätte, dass meine Tochter mich später einmal verklagt, weil ich Bilder von ihr publiziert habe, dann stecke ich als Vater in so enormen Schwierigkeiten, dass sie sich nicht durch unterlassene Bilderuploads beseitigen lassen. Außerdem möchte ich die Freude an meiner Tochter teilen können. Schauen Sie mal, wie HINREISSEND sie ist: http://www.flickr.com/photos/siepert/4026593656/

    Sie springen also bei weitem zu kurz, lieber Herr Messmer. Ihre Ansätze sind leider nicht die, die die zukünftige Kommunikation unter Menschen maßgeblich prägen werden.

  2. Dann betrachten Sie ihre Kommunikationsverhalten als 1:1 Langzeitexperiment.

    Es darf ja jeder, wie er will. Und wenn Sie es wichtig finden, ihre private Diaschau von Ihrem Nachwuchs der Welt zu zeigen – warum nicht. Machte man früher auch, bei den Nachbarn.

    Was ihre künftigen Arbeitgeber anbelangt, von wegen Bildern von Saufgelagen, so ist das wie bei den Tätowierungen: Irgendwann sind sie einfach nur noch lästig.

    Ich bleibe bei meinem Katalog.

  3. http://www.klicksafe.de

    http://www.watchyourweb.de

    http://www.verbraucher-sicher-online.de

    Es gibt noch mehr. Wer Bedarf hat, findet weitere Links auf dem Facebook-Profil von Ilse Aigner.

  4. Danke.

  5. Ich gebe Herrn Siepert recht und gehe einen Schritt weiter: Ich würde mit niemandem arbeiten wollen, der unter 30 ist und der kein einziges Partybild auf Facebook hat. Denn was “sich gehört”, definiert sich in jeder Generation anders. Ein 25jähriger mit karriereoptimiertem FB-Profil hat entweder etwas zu verstecken oder keine Freunde. In jedem Fall glaubt er offensichtlich an die Trennung zwischen Job und Privatleben. Was in allen kommunkationsintensiven Berufen weder funktionieren kann, noch sollte.
    Im Übrigen sind MM und ich gelebte Gegenbeispiele: Wir vertreten andauernd politische Minderheitsmeinungen in der Öffentlichkeit und leben gut davon.

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